Ständiger Schleim im Hals? 5 Ursachen & Lösungen

Kennen Sie das Gefühl? Ein ständiger Frosch im Hals, häufiges Räuspern und zäher Schleim, der einfach nicht weggeht. Besonders morgens ist es schlimm. Viele Deutsche ignorieren diese Symptome, doch oft steckt mehr dahinter als eine einfache Erkältung. Hier sind die häufigsten Ursachen und neue Behandlungsansätze für 2026.

Ständiger Schleim im Hals? 5 Ursachen & Lösungen

Schleim im Hals ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl akut als auch chronisch auftreten kann. Die Schleimhäute in Nase, Rachen und oberen Atemwegen produzieren täglich etwa einen Liter Sekret, um diese Bereiche feucht zu halten und vor Krankheitserregern zu schützen. Normalerweise schlucken wir dieses Sekret unbewusst, doch verschiedene Faktoren können zu einer übermäßigen Produktion oder veränderten Konsistenz führen.

Was ist das Postnasal-Drip-Syndrom?

Das Postnasal-Drip-Syndrom beschreibt das Herabtropfen von Nasensekret in den Rachenraum. Dabei fließt überschüssiger Schleim aus der Nase und den Nasennebenhöhlen nach hinten in den Hals ab. Betroffene verspüren einen ständigen Schleimfluss im Rachen, der zu häufigem Räuspern, Husten und einem Fremdkörpergefühl führt. Häufige Auslöser sind Allergien, Sinusitis, Nasenpolypen oder anatomische Besonderheiten wie eine verkrümmte Nasenscheidewand. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und kann von antiallergischen Medikamenten bis hin zu chirurgischen Eingriffen reichen.

Wie erkennt man den “Stillen Reflux”?

Der stille Reflux, medizinisch als laryngopharyngealer Reflux bezeichnet, unterscheidet sich vom klassischen Sodbrennen dadurch, dass Magensäure bis in den Kehlkopfbereich aufsteigt, ohne die typischen Symptome wie Brennen in der Brust zu verursachen. Stattdessen äußert er sich durch chronischen Schleim im Hals, Heiserkeit, Räusperzwang und ein Kloßgefühl. Die Magensäure reizt die empfindlichen Schleimhäute im Rachen und führt zu einer vermehrten Schleimproduktion als Schutzreaktion. Diagnostiziert wird der stille Reflux durch eine Kehlkopfspiegelung und pH-Messungen. Die Behandlung erfolgt durch Säureblocker, Ernährungsumstellung und Verhaltensänderungen wie das Hochlagern des Kopfendes beim Schlafen.

Welche chronischen Erkrankungen können Schleim verursachen?

Verschiedene chronische Erkrankungen können zu anhaltendem Schleim im Hals führen. Die chronische Sinusitis verursacht eine dauerhafte Entzündung der Nasennebenhöhlen mit vermehrter Schleimproduktion. Asthma und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) können ebenfalls zu Schleimbildung im oberen Atemwegsbereich beitragen. Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom beeinträchtigen die normale Funktion der Schleimdrüsen und können zu veränderter Schleimkonsistenz führen. Auch chronische Bronchitis, Mukoviszidose und bestimmte Medikamente können die Schleimproduktion beeinflussen. Eine gründliche medizinische Abklärung ist erforderlich, um diese Erkrankungen zu identifizieren und entsprechend zu behandeln.

Weitere mögliche Ursachen für Schleim im Hals

Neben den bereits genannten Hauptursachen gibt es weitere Faktoren, die zu Schleim im Hals führen können. Umwelteinflüsse wie trockene Luft, Zigarettenrauch, chemische Dämpfe oder Staub reizen die Schleimhäute und können eine Überproduktion auslösen. Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft oder Menopause beeinflussen ebenfalls die Schleimhäute. Bestimmte Nahrungsmittel, insbesondere Milchprodukte, können bei manchen Menschen zu vermehrter Schleimbildung beitragen. Stress und psychische Belastungen können sich über das vegetative Nervensystem auf die Schleimproduktion auswirken. Auch Infekte der oberen Atemwege hinterlassen oft wochenlang einen zähen Schleim im Hals, selbst wenn die akute Erkrankung bereits abgeklungen ist.

Behandlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze

Die Behandlung von chronischem Schleim im Hals richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Allgemeine Maßnahmen umfassen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Luftbefeuchtung und das Meiden von Reizstoffen. Salzwasserspülungen können helfen, die Schleimhäute zu reinigen und Entzündungen zu lindern. Bei allergischen Ursachen kommen Antihistaminika oder Kortikosteroid-Nasensprays zum Einsatz. Schleimlösende Medikamente können die Konsistenz des Sekrets verbessern und das Abhusten erleichtern. Physiotherapeutische Atemtechniken und spezielle Übungen können ebenfalls unterstützend wirken.


Behandlungsansatz Anwendungsbereich Wirksamkeit
Salzwasserspülungen Postnasal-Drip, Sinusitis Hoch bei regelmäßiger Anwendung
Protonenpumpenhemmer Stiller Reflux Sehr hoch nach 2-3 Monaten
Antihistaminika Allergische Ursachen Hoch bei identifiziertem Allergen
Kortikosteroid-Nasensprays Chronische Sinusitis Mittel bis hoch
Schleimlösende Medikamente Verschiedene Ursachen Mittel, symptomlindernd

Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen und eine gezielte Therapie einzuleiten. HNO-Ärzte können durch spezielle Untersuchungen wie Endoskopie oder Computertomographie die genaue Ursache identifizieren. In manchen Fällen ist eine interdisziplinäre Behandlung unter Einbeziehung von Gastroenterologen, Pneumologen oder Allergologen erforderlich. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung lässt sich das Problem des chronischen Schleims im Hals in den meisten Fällen erfolgreich lösen oder zumindest deutlich lindern.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Symptomen sollten Sie einen qualifizierten Arzt konsultieren.